Die Wirklichkeit

Ich mag es, wie still die Welt plötzlich ist, wenn ich aus dem Kino komme. Wenn ein Film, wie die Dokumentation über Beuys, mir so viel realer erscheint, als die Wirklichkeit.  Die Wirklichkeit mit ihren effektheischenden Bildern.

In Stimmung schreiben/ Schreiben mit Musik

Wer nutzt sie? Wer versucht sich mit der Hilfe von Musik in eine bestimmte Stimmung zu versetzen? Welche Musik ist dafür hilfreich? Ich kenne es, dass mir zu etwas Geschriebenem ein Lied im Nachhinein einfällt. Jedoch kenne ich es auch, dass ich ein Lied höre und dazu beginne zu schreiben.

2 Beispiele für Textanfänge, die ich parallel zur Musik zu schreiben begann:

Die Sonne stand bereits hoch am Himmel und brannte rücksichtslos die Erde nieder. Der schwere, verstaubt-holzige Absatz seines Stiefels drückte den Zigarettenstummel tief in sie hinein. Ein gurgelnd, schnalzend-schmatzendes Geräusch ging der zähflüssigen weiß-grünlichen Masse voran, die sich von seinem Mund aus neben dem Stummel abseilte.

 

2. Wie die Lichter einer Discokugel tanzten meine Bilder von dir um mich herum. Sie schmückten meinen Boden, meine Wände, meinen Himmel. Und, wenn ich zu dir aufschaute, dann tanzte dein Licht in meinem Gesicht. Bis zu dem Tag, an dem der Strom ausfiel.

Es gibt auch Musik, zu der ich niemals schreiben könnte. Das betrifft jegliche deutsch-sprachige Musik. Hier kann ich nicht anders, als auf den Text der Musik zu hören, was mich vom Schreiben ablenkt. Im Englischen muss die Musik die Eigenschaft haben, in den Hintergrund treten zu können, oder eben so entschieden eine Stimmung in mir auslösen, dass ich zunächst die Musik lauter drehen muss, um das ganze Lied aufmerksam hören- und danach, im Anschluss schreiben zu können. Geeignet ist auch Musik, bei der ich die Sprache nicht verstehe.

Wer schreibt auch gerne zu Musik, oder möchte es probieren? Falls sich Jemand findet, könnte zu einem Lied geschrieben werden. Es wäre sicher spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Assoziationen zu einem gleichen Lied sind?

Ich freue mich über Kommentare, Vorschläge, Anregungen …

Die Bedeutung und der Klang der Worte

Mein Foto zeigt das Buchcover der Autobiographie von Sartre

 

Wie wird eine Person erlebt, die als unbeugsam beschrieben wird?

Welche Bilder tauchen zu einer Person auf, die stur ist?

Wer latscht den Fluss lang?

Und wer folgt dem Wasserlauf?

Wie wird ein Platz verstanden, der irgendwie komisch ist?

Wie wirkt jener Ort, wenn er sonderbar zu sein scheint?

Wer lehnt an der Fassade?

Wer steht an der Wand?

Wer ist Türsteher im Puff?

Wer ist Portier im Freudenhaus?

Wie erlebe ich die Endlosigkeit eines Korridors?

Wie erlebe ich einen langen Flur?

Wer betritt den Eingangsbereich

und wer das Entrée?

Ich beschäftige mich gerade mit den Worten als Erlebnis.

Wenn ich in Wortbilder eintauche, die Peter Bieri (Pascal Mercier), Zsuzsa Bank oder Robert Seethaler gemalt haben, dann greife ich im Anschluss nicht nach Juli Zeh – außer ich verfolge die Absicht schockgefroren zu werden.

Momentan bin ich auf der Suche nach zauberhaften Sprachflüssen. Wer hat einen Tipp für mich?