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von mir, dem Haus aus Papier

… und dann macht sie einen Ausflug und stellt fest, dass sie gar nicht fliegen kann.

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Fern und nah

Fern und nah

An manchen Tagen träumte ich schon,

in eng getakteten Alltagszeiten,

von der Natur – sitzend auf dem Balkon –

von Ferne und von Heiterkeiten.

 

Die innere Spannung und mein Gerase,

ließen mich mein Dasein verfluchen.

Doch die Ferne setzte sich mir vor die Nase:

die Natur ist flexibel, sie kam mich besuchen.

 

(Ich wünsche allen eine wunderschönen Sommer – egal, wo und wie ihr ihn verbringt!)

Welches Gedicht ist gemeint? Teil 2

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vom Haus aus Papier

 

 

Mein Kopf, der mich so oft daran hindert, ist heute ausgeschaltet. Ich fühle das Glück in mir und überall um mich herum. Alles, was ich sehe, erinnert mich an jene, unzähligen Wunder auf diesem, meinem Weg, die immer wieder ungewöhnlich sein werden. Ungewöhnlich schön.

 

Welches Gedicht ist gemeint?

Nachdem beim letzten Gedichträtsel ailienaid unfassbar schnell die richtige Antwort wusste- kommt hier das Rätsel Nummer 2. Viel Spaß beim Raten! Ich freue mich über Lösungsversuche in Kommentarform!!

 

Wir verändern uns mit jedem neuen Tag

Sie läuft neben mir her. Ihr Blick wandert unruhig über die Straßen, hin zu den Straßenschildern, die sie laut vorliest. Überhaupt liest sie auf dem Weg zurück zum Hotel alles, was ihre Augen erfassen. „Kiosk Schmitz, mit tz. Änderungsschneiderei. Kneipe am Eck.“ Ich mache sie nervös. Das spüre ich. Früher habe ich aufkommende Lücken häufig mit Plauderei gefüllt. Heute verhalte ich mich anders. Mein Schweigen hält sie nur schwerlich aus. Wir haben uns so viel angesehen. Der Ausstellungsbesuch hat mich eintauchen lassen in die dargestellten Gedanken anderer Menschen. Jetzt benötige ich eine Auszeit bei mir selbst. Die Welten der anderen, die Fülle der Einzigartigkeiten, des Bewegenden, das sich in mich drückte und tief in mir einen Stempel hinterließ, beschäftigen mich. Ich prüfe, was ich bei mir behalten und was ich lieber wegspülen, lieber auswaschen möchte. Habe ich darauf Einfluss?  Das, was wir aufnehmen, verändert uns das? Gibt es nun nie wieder einen Weg zu mir zurück, zu Derjenigen, die ich noch am Morgen gewesen bin? Wenn das wirklich so ist – und es erscheint mir logisch – dann verändern wir uns jeden Tag.

 

(Dies sind meine Gedanken zum Geschichtengenerator von Jutta Reichelt und dem vorgegebenen Thema: „Ab heute wird alles anders.“)

Die Fotos sind von mir.

 

 

Aber Hallo!

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Es ereignete sich vor über zehn Jahren.

Ich war mal wieder spät dran, schnappte mir den großen Müllbeutel und stürmte das Treppenhaus hinunter. Die Stufen waren gerade frisch gewischt und sehr rutschig. Plötzlich riss mich ein anzügliches „Aber Hallo!“ aus meinen Gedanken. Vor dem Aufzug stand der Opi aus dem 4. Stock. Mein Fuß verfehlte knapp die nächste Stufe und so wurde meine Bewegung zu einer Mischung aus Sprung und Fall. Direkt vor den Füßen des Opis kam ich auf und mir gelang es, mit Hilfe des Müllbeutels, irgendwie gerade noch mein Gleichgewicht zu halten, so dass es aussah, als hätte ich einen Knicks vor dem Mann gemacht. „Sehr sportlich, Frau Nachbarin“, begrüßte mich der Opi aus der Nähe. „Ich falle immer sportlich die Treppe hinunter“, knurrte ich ihm noch entgegen, während ich schon wieder weiterlief. Ich wollte die Bahn unbedingt noch bekommen. Als ich kurz darauf die Treppen zum Gleis hochsprintete, hörte ich, wie sie davonfuhr. Nicht schon wieder, dachte ich resigniert und schnappte nach Luft.

Am Gleis, als ich gerade meine Ohrstöpsel in meine Ohren popeln wollte, um mein Hirn zu beschallen, sah ich, wie ein kleines Mädchen direkt auf mich zustürmte. Verwundert schaute ich hinter mich, doch dort stand Niemand. Direkt vor mir kam das Mädchen zum Stehen und strahlte mich an. „Kann ich ein Autogramm haben?“ So verdutzt und überrascht wie ich war, konnte ich nicht gleich reagieren. Hinter dem Mädchen tauchte eine sichtlich gestresste Frau auf, vermutlich ihre Mutter. Die Kleine widerholte: Kann ich ein Autogramm haben? Kann ich ein Autogramm haben, bitte?“ und zupfte dabei an meinem Pulli-Ärmel. „Wer soll ich denn sein?“, fragte ich leise halb zur Mutter und halb zu dem Kind. „Is doch ejal jetze! Kritzel halt irgendwat!“ zischte mich leise die Mutter an, so dass es das Kind nicht hören konnte. Ich nahm das Stück Papier und den Stift, den mir das Mädchen entgegenstreckte und malte unleserliche Striche darauf. Das Mädchen quietschte vor Freude. „Toll!“ Sie schaute mich glücklich an, sagte „Tschüss Lolle“ und winkte mir zu. Augenblicklich freute ich mich über dieses Kind. Lolle! Lolle aus der Sendung Berlin, Berlin – die mochte ich. Worin sah dieses Kind die Ähnlichkeit? In meiner Frisur? In meiner Mimik?

„Du, Mama“ hörte ich das Mädchen sagen. „Wenn Lolle hier ist, glaubst du, dass Tom dann auch hier irgendwo ist?“

„Nee, Quatsch. Tom sucht doch sein Glück schon seit der letzten Staffel wieder in Malente.“ Doch das Mädchen ließ nicht locker: „Aber, vielleicht hat der Lolle ja besucht? Und, wenn der sie besucht hat, dann kommt der auch gleich zum Bahnhof?“ Die Mutter lächelte die Kleine an und wuschelte ihr durch die Haare. „Nee, Kleene. Ausgeschlossen!“

(dieser Text entstand wieder einmal zum Geschichtengenerator von Jutta Reichelt. Diesmal wurden folgende Begriffe vorgegeben: Tom (sucht etwas), Treppenhaus und Ausgeschlossen!)