Wo gehobelt wird, fällt Käse

Es suchte eins Alfred Nobél,

nach seinem Käsehobel.

Er schrie nach dem Küchengesell:

„Schnell! Find meinen Käsehobel!“

 

Doch Jener- im Garten er stand –

eine Pusteblume zierte die Hand,

ließ die kleinen Schirme schweben.

Er träumte vom schöneren Leben.

 

Seine Hand in der linken Tasche,

betastete Käse-Asche.

Dem Befehl wird er sich verweigern –

Den Hobel bei Ebay versteigern.

 

(Heute habe ich die Etüdenwörter Käsehobel, Pusteblume und versteigern in einem Gedicht mit Käse überbacken. Mehr Variationen wie immer, weil da immer was ist, bei Irgendwas ist Immer.

Und ich habe ein Video gefunden, bei dem Jemand auch keinen Käse bekommt. Viel Spaß!

Da ist der Wurm drin

 

 

An manchen Tagen fällt was hin:

Es findet sich ein Wurm darin.

Dann bin ich meistens sehr empört,

weil sich ein Wurm echt nicht gehört!

 

Doch was mich heut am Meisten stört:

– Und das ist wirklich unerhört -,

dass dieser Wurm im Ding da drin,

ich heute leider selber bin.

Die fiese Luise Teil 3: Prokrastination

Die fiese Luise Teil 3 – Prokrastination

Die fiese Luise

ist zu dem Zweck

der Prokrastination

auf ein Schiff gefloh’n.

 

Auf dem Schiffsdeck

sitz sie: Ihr Versteck!

In der Hand einen Hut,

gefüllt mit einer Seeluftbrise:

dem Duft nach frisch gewehtem Mut.

 

Und jetzt schreibt diese

be-briste Luise

ein Akrostichon

zur Prokrastination.

 

Und sie vergisst das Fluchen,

fragt sich selbst, ohne Scham:

„Na, wie wär‘ es denn Madame?

Gleich ein Stück Butterkuchen?“

 

 

Dieses Gedicht ist zum Geschichtengenerator von Jutta Reichelt entstanden. Es war mir eine Freude, wieder etwas über Luise, die ältere Dame mit Hut, schreiben zu können! Sie ist mir in diesem Jahr bereits ans Herz gewachsen!

Wer mag: Hier:  Die fiese Luise Teil 1

und hier: Die fiese Luise Teil 2

Ich wünsche allen einen schönen Jahresabschluss und ein noch schöneres Jahr 2017!

 

Zum Einschlafen zu sagen

Zum Einschlafen zu sagen

Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte dich wiegen und kleinsingen
und begleiten schlafaus und schlafein.
Ich möchte der Einzige sein im Haus,
der wüßte: die Nacht war kalt.
Und ich möchte horchen herein und hinaus
in dich, in die Welt, in den Wald.
Die Uhren rufen sich schlagend an,
und man sieht der Zeit auf den Grund.
Und unten geht noch ein fremder Mann
und stört einen fremden Hund.
Dahinter wird Stille. Ich habe groß
die Augen auf dich gelegt;
und sie halten dich sanft und lassen dich los,
wenn ein Ding sich im Dunkel bewegt.

(von Rainer Maria Rilke)

PS: Die Fotos sind Netzfunde von Pixabay. Unter den einzelnen Bildern steht der Link. (Klick aufs Bild)