Die Sonne

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Als Kind dachte ich, dass im Meer die Sonne wohnt. Die Sonne schickte durch ihre Strahlen die Wellen ans Ufer, die sich dann an meine Füße schmiegten, an meinen Zehen zuppelten und mich ins Meer lockten. Und, wenn ich in die Wellen sprang, dann war dieses Gefühl auf meiner Haut: die Umarmung eines Sonnenstrahls. Der Himmel war der Spiegel der Sonne. Wenn ich hinaufblickte, während ich im Wasser stand, dann suchte ich den Himmel auch nach meinem Spiegelbild ab. Manchmal fand ich mich in einer Wolke. Dann winkte ich meinem Wolkenspiegelbild zu, das zum Mensch geworden war. Wenn es Zeit für mich wurde zu gehen, dann wusste ich, dass die Sonne sich auch bald schlafen legen würde. Ich stellte mir vor, dass das Meer dann genau so glatt werden würde, wie der Himmel. Und dann machte die Sonne ihr Licht aus und nur noch ihr weißes Nachtlämpchen spiegelte sich im Himmel, damit die Menschen, die sich verlaufen hatten, nach Hause fanden.

 

(Wieder eine abc-etüde. Dieses Mal habe ich die Worte Mensch, Kind und Meer in 10 Sätzen untergebracht. Alle Etüden werden, wie immer, bei Christiane  Irgendwas ist Immer gesammelt.)

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10 Gedanken zu “Die Sonne

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