Wo gehobelt wird, fällt Käse

Es suchte eins Alfred Nobél,

nach seinem Käsehobel.

Er schrie nach dem Küchengesell:

„Schnell! Find meinen Käsehobel!“

 

Doch Jener- im Garten er stand –

eine Pusteblume zierte die Hand,

ließ die kleinen Schirme schweben.

Er träumte vom schöneren Leben.

 

Seine Hand in der linken Tasche,

betastete Käse-Asche.

Dem Befehl wird er sich verweigern –

Den Hobel bei Ebay versteigern.

 

(Heute habe ich die Etüdenwörter Käsehobel, Pusteblume und versteigern in einem Gedicht mit Käse überbacken. Mehr Variationen wie immer, weil da immer was ist, bei Irgendwas ist Immer.

Und ich habe ein Video gefunden, bei dem Jemand auch keinen Käse bekommt. Viel Spaß!

Advertisements

Die Sonne

IMG_6323

Als Kind dachte ich, dass im Meer die Sonne wohnt. Die Sonne schickte durch ihre Strahlen die Wellen ans Ufer, die sich dann an meine Füße schmiegten, an meinen Zehen zuppelten und mich ins Meer lockten. Und, wenn ich in die Wellen sprang, dann war dieses Gefühl auf meiner Haut: die Umarmung eines Sonnenstrahls. Der Himmel war der Spiegel der Sonne. Wenn ich hinaufblickte, während ich im Wasser stand, dann suchte ich den Himmel auch nach meinem Spiegelbild ab. Manchmal fand ich mich in einer Wolke. Dann winkte ich meinem Wolkenspiegelbild zu, das zum Mensch geworden war. Wenn es Zeit für mich wurde zu gehen, dann wusste ich, dass die Sonne sich auch bald schlafen legen würde. Ich stellte mir vor, dass das Meer dann genau so glatt werden würde, wie der Himmel. Und dann machte die Sonne ihr Licht aus und nur noch ihr weißes Nachtlämpchen spiegelte sich im Himmel, damit die Menschen, die sich verlaufen hatten, nach Hause fanden.

 

(Wieder eine abc-etüde. Dieses Mal habe ich die Worte Mensch, Kind und Meer in 10 Sätzen untergebracht. Alle Etüden werden, wie immer, bei Christiane  Irgendwas ist Immer gesammelt.)

Dieser Schlawiner

2017_18-17_2_zwei
Visuals: Ludwig Zeidler

Dieser Schlawiner. Er fixierte ihr Gesicht und grinste breit. „Wirst du etwa rot?“ Sie betrachtete ihre Turnschuhe, die sich hell vom Asphalt abhoben. Die Wärme ihres Gesichts schien Richtung Haaransatz zu wandern und im Chor der Erinnerung hörte sie einen Kanon: Tomátensalát, Tómaténsalat, Tómatensálat, Tomátensalaaaat…

„Du bist doch total verknallt“, hörte sie ihn sagen. Während ihre Augen dem Weg des Schnürsenkels folgten, dachte sie an Tomaten, bzw. Paradeiser und an leuchtende Radieschen.

„Ach, so ein Kinkerlieschen“, stammelte sie. Er hörte nicht mehr auf zu lachen, äffte sie nach: „KinkerLIESCHEN? Das heißt Kinkerlitzchen!“

 

(und wieder ein Beitrag zu den abc.etüden! Aufgabe, wie gehabt, 3 Wörter in einer Geschichte, die aus 10 Zeilen besteht, unterzubringen. Wörter dieser heute endenden Woche: Paradeiser, Schlawiner, Kinkerlitzchen. Gesammelt werden die Etüden auf dem Blog von Christiane – Irgendwas ist Immer.)