Unter den Treppenstufen

Unter den Treppenstufen hatte sie als Kind ihr Versteck. Dort sprach sie mit den Gestalten, die sich durch die Erhebungen der Raufasertapete formten. Die Gestalten hatten ihre eigene Sprache. Diese ähnelte der Sprache des Holzes, dem Knarzen der Stufen, wenn jemand sie betrat. Ein dumpfes, herankommendes Poltern bedeutete Gefahr. Ein federndes Knacksen hingegen, hieß „Komm! Komm mit, es gibt Etwas zu entdecken.“ Wenn sie das federnde Knacksen hörte, verließ sie ihr Versteck und schlich sich, wie ein Raubtier, die Stiegen hinauf. Manchmal hüpfte sie auch, von Stufe zu Stufe. Dem wohligen Geruch von Milchkaffee entgegen.

 

 

Dieser kleine Text ist durch den Aufruf von Christiane auf ihrem Blog Irgendwas ist Immer entstanden. Er gehört zu den abc.etüden in der Textschreibwoche 15/17. Aufgabe war es die Worte Treppenstufen, Milchkaffee und Komm! in einem Text zu verwenden, der nur genau 10 Sätze lang sein darf.

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9 Gedanken zu “Unter den Treppenstufen

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