Im Prozess – Neulich beim Schuster

 

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Geralt, Pixabay.com Link

Immer wieder stoße ich in meinem Studium temporär an Mauern, an Grenzen und an Schluchten. Sich einlassen bedeutet manchmal zunächst Dinge aus-einander-zu-setzen, damit ich sie besser sortieren kann.

Da ich in den letzten Tagen (vielleicht sind es schon Wochen) immer wieder an einer letzten Übung für das Seminar Lyrik scheitere, versuche ich jetzt, all jenem Raum zu geben, was sich vor diese Übung schiebt.

Wieder und wieder kreisen meine Gedanken um verschiedenste Tätigkeiten fernab dieser letzten Übung: Tätigkeiten und Abgabetermine für andere Dinge. Gestern habe ich mir eine überdimensional große Pinnwand gebaut. Meinem inneren Chaos habe ich auf dieser Wand eine Ordnung gegeben. Wenn ich die Pinnwand jetzt ansehe, werde ich ruhiger. Und während ich mich mit dem Bau der Pinnwand beschäftigte, oder bereits kurz davor, fielen mir spielerische Zeilen ein. Kurz störten sie mich, weil sie nicht das beschreiben, was die Übung verlangt. (Einen Zusammenhang mit der Übung gibt es trotzdem.) Außerdem fielen mir wieder Endreime ein und dieses stetige Festhalten an Reimmustern nervte mich plötzlich sehr!

Jedoch komme ich zu dem Schluss, dass es hilfreich sein kann, das aufzuschreiben, was IST, um den Weg für (hoffentlich!) Neues zu öffnen.

Deshalb bekommt das entstandene Gedicht hier eine Bühne:

 

Neulich beim Schuster

 

Neulich beim Schuster:

„Ich brauch ein neues Muster!

Wenn ich im Schnee mein Leben verfasse,

ist’s der stetig gleiche Abdruck, den ich hinterlasse.

Im immer gleichen Abstand, tret‘ ich auf der Stelle

in der immer gleichen Bahn. Und die einzige Welle,

die dabei entsteht, ist die Welle am Rand:

wo zur Seite Gedrängtes, ein eig’nes Leben fand.“