Gesundheit und Krankheit in der Gesellschaft

In meinem Studium des Biografischen und Kreativen Schreibens gibt es das Modul Gesundheit/ Krankheit/ Schreiben. Mit diesen Thematiken beschäftige ich mich gerade.

Es gibt zwei Videos, die mir gefallen, da sie in meinen Augen Gesundheit und Krankheit in dieser Gesellschaft gut spiegeln, bzw. hinterfragen.

 

 

Was bedeutet Gesundheit für euch?

Liebe Grüße von einer nachdenklichen Pauline.

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15 Gedanken zu “Gesundheit und Krankheit in der Gesellschaft

  1. Eigentlich sollte ich dazu ja die Klappe halten, habe ich mich ja in gewisser Weise schon über 200 Beiträge zu geäußert , aber in dem Kontext von Schreiben ist die Fragestellung sehr interessant und ich muss da sofort wieder an den Vesper denken, der sich ja erst in seinem Wahn als gesund und vollkommen als Schreiber begriff. Ich habe letztens eine Rio Reiser-Biografie gelesen und der hat ja auch sehr intensive und teils biographische Texte für seine Songs geschrieben, die alle irgendwo aus einer Krankheit (er war suchtkrank) herrühren, was man zum Teil auch merkt. Oder auch die psychisch kranke Elfriede Jelinek, die in einem Interview nach dem sie den Nobelpreis bekommen hatte gesagt hatte, wäre sie nicht Schriftstellerin, wäre sie Sozialrentnerin, weil sie ja durch ihre Krankheit sehr ortsgebunden ist. Dann Ian Curtis mit seiner Epilepsie…Wenn ich alles im Kopf ordnen kann und was Passables und Hilfreiches dabei rauskommt, lass ich es dich wissen.

    Fällt mir gerade noch ein wo ich das schon abschicken wollte: Ist dir das Blog von Wolfgang Herrndorf, der einen Hirntumor hatte und dadurch immer weiter eingeschränkt wurde, ein Begriff? Erschien als Buch „Arbeit und Struktur“, ist aber auch online einsehbar unter http://www.wolfgang-herrndorf.de/

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  2. Oh, danke für den Link! Da gibt es ja ganz viel zu lesen. Werde ich mir mit etwas Zeit mal genauer anschauen. Ja, das Thema „Schreiben-Gesundheit-Krankheit“ ist riesig. Da gibt es das Schreiben, als Mittel zu gesunden/zu sich selbst zu finden. Und dann erinnert mich das Thema an endlose Diskussionen mit einer ehemaligen Mitbewohnerin darüber, ob der Kunst-schaffende Mensch an sich, asozial ist, oder es sein sollte, bzw. was das denn dann überhaupt bedeutet „asozial“ oder „sozial“ kreativ oder nicht kreativ zu sein…

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  3. Ist auch als Buch nicht wenig, über 200 Seiten.

    In Annäherung an deine Mit-Bewohnerin zum Beispiel noch: Kafka (Anorexie und seine Tuberkulose soll durch die Psyche beeinflusst gewesen sein), Sylvia Plath, Klaus Mann (mit seinem ewigen Todeswunsch), Jean Amery eventuell auch (der mit dem „Hand an sich legen“-Buch) als bildende Künstler van Gogh (die Briefe!), Mark Rothko, Dale Chihuly (sehr interessant, er arbeitet mit Glas, hat aber eigentlich ein Trauma, da er mal durch eine Glasscheibe geschleudert wurde bei einem Unfall).

    Musikalisch vielleicht auch Dave Gahan, die Texte auf dem „Paper Monsters“-Album hat er selber geschrieben und handeln alle von seine Sucht.

    Und ganz eventuell, schon weiter ausgeholt und obwohl sie ja nie alleine geschrieben hat, Christiane F. wenn eine Anfang der 80er singt Für dich vergesse ich mich/Für dich verhungere ich, dann kann das zehnmal Punk sein, da ist was Pathologisches hinter. Ich weiß nicht wie das Lied heißt, gibt es unter „Sentimentale Jugend“ (das war die Band) bei youtube.

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  4. Habe ich gestern vergessen (wie konnte ich…): Beuys, Hundertwasser (hat auch Schriften verfasst), vielleicht aus der bildenden Kunst auch Leute wie Camille Claudel (wurde von ihrer Familie ins Sanatorium gesperrt) oder de Saint-Phalle (nicht nur ihr Missbrauchs-Trauma, sie hatte ja später auch durch die Polyester-Dämpfe eine physische Krankheit) et cetera.

    Speziell noch mal im Kontext Schreiben oder geistige Gesundheit und wie man es auch definieren könnte würde mir noch die von mir bei Jutta gelegentlich erwähnte Julia Cameron mit „Der Weg des Künstlers“ einfallen. Ist nicht für jeden, sollte man meines Erachtens auch nicht ohne zu hinterfragen dran gehen (das also nicht zu dogmatisch nehmen), hat aber einige gute Ansätze.

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    1. Danke für die vielen spannenden Infos! Dass Hundertwasser auch Schriften verfasst hat wusste ich gar nicht!) Da habe ich ja jetzt Einiges, was ich mal recherchieren kann …Der Weg des Künstlers von Cameron habe ich. Habe auch eine Zeit lang mal die Morgenseiten geschrieben- ist aber schon zwei Jahre her.

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      1. Hundertwasser war ein berüchtigter Redenhalter und Manifest-Schreiber. Das wusste ich auch erst nicht, es brauchte ein für das Atelier-Kind erworbenes Kinderbuch um das zu erfahren (da steht sogar ein bisschen was von seinem Krankheitskonzept drin, er glaubte, dass Unnatürliches, zum Beispiel gerade Linien, Menschen krank machen, weil sie in der Natur nicht vorkommen).

        Keith Haring bringt dir vielleicht auch noch bedingt was, dessen Tagebücher wurden veröffentlicht (stehen auch auszugsweise online, ich glaube keithharing.tumblr.com) und in den späteren Jahren schreibt er viel über AIDS und auch sein Erleben damit. Ich habe es in Buchform.

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  5. Danke für diese WERTvollen Hinweise! Erich Fromm war mir zwar schon bekannt, aber ein wenig Wiederholung tut auch gut. Und Sarah Lesch ist eine gänzlich neue Entdeckung für mich, da werde ich mal eifrig nachhorchen …
    Herzlich-unangepaßte Grüße von der Bücherfee 🙂

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