Das Tüpfelchen des i

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Ich starte meist enthusiastisch mit neuen Projekten, Aufgaben und Schreibideen. Zudem würde ich auch behaupten, dass ich durchaus Durchhaltevermögen an den Tag lege. Aber, wenn es auf das Ende zugeht … Das Ende: einen Punkt finden, fällt mir nicht immer leicht.

Dieses ist der letzte Blogeintrag, der im Rahmen des Studiums Kreatives und Biografisches Schreiben entsteht. Alles was dafür noch fehlt, ist eben dieser – ein letzter Eintrag.

(Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Blog und das Haus aus Papier danach ebenfalls beendet sind! Es ist nur der Rahmen, der sich ändert.)

Es gibt ein Zitat von Robert Musil aus dem Buch Der Mann ohne Eigenschaften, welches mir recht passend erscheint, da ich mich in diesem Zitat schon häufiger wiederfand:

„Das Unglück ist unser Stehenbleiben beim vorletzten Schritt!“

Dieses Unglück umgehe ich hiermit, mit einer Hommage an den letzten Schritt, an den Punkt, an das I-Tüpfelchen:

 

Das Tüpfelchen des i

 

Das Tüpfelchen des i

hat Energie,

durch die

der Stillstand

einst verschwand.

D‘rum behaupte ich ganz ungeniert,

dass das Tüpfelchen des i die Welt regiert.

 

(Weitere Tipps, wie dem Ende der Schrecken genommen werden kann, bzw. der Schrecken dem Ende, oder wie du es schaffst Projekte zu beenden- immer sehr gerne!)

 

 

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34 Gedanken zu “Das Tüpfelchen des i

  1. dann lass uns doch einfach dem Hesse sein Spruch umdichten: ‚Und jedem Ende wohnt ein Anfang inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.‘
    und inspiriert von deinem tollen Gedicht (etwas für den Ex): ‚Der Tupf auf dem i warst du nie.‘ 🙂
    na dann, frohes Blogweiterschaffen und vielen Dank an den Kurs der dich dazu angeregt hat!

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      1. Ich finde ja, dass man das immer wünschen kann.

        Ich werde des öfteren dumm angeguckt, weil ich den Leuten ohne, dass irgendein Feiertag ist „Eine gute Zeit!“ wünsche.

        Vermutlich findet sehr oft ein Abschied von einer Sache , einer alten Form etc. statt und ein Anfang von etwas Neuem…

        Phönix aus der Asche, kann ich bestätigen. Aber weiter lesen oder Juttas Generator etc. tust du auf jeden Fall (sofern die Zeit dafür langt)?!

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          1. Ich hab jetzt wahrlich überlegt ob ich irgendwas Nützliches zum Thema „Projeklte beenden“ für dich beisteuern kann, dann aber festgestellt eher nicht, ich höre einfach auf. Ist wirklich so. Nach irgendeinem Satz, den ich vielleicht sogar erstmal blöd finde, ist Schluss und beim mit Abstand lesen fällt mir auf Genau so muss das.

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  2. Sehr originelle Idee, das I-Tüpfelchen in den Mittelpunkt zu stellen und ihm die Weltherrschaft zuzuschreiben. Auch das Foto gefällt mir sehr. Es hat etwas Geheimnisvolles- so wie das I-Tüpfelchen auch, denn sein Gewicht und Aussehen sind oft unergründlich…. Welcher ist der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, die Bewegung, die beim Mikado alles zum Wackeln bringt, das Wort oder der Blick, die Kriege auslösen? Nie vorher zu wissen…

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    1. Danke liebes Einfachsein! Ähnliche Fragen hatte ich mir auch gestellt. Die Frage, welcher Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt, war mein erster Gedanke 😉 Welches I-Tüpfelchen Kriege auszulösen vermag… das Weiterspinnen dieses Gedankens lasse ich lieber – da gruselt es mich. Du beschreibst es sehr gut. Was ist dieses I-Tüpfelchen und wann ist der Moment in dem es seinen großen Auftritt bekommt da?

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  3. Ich frage mich gerade, ob es ähnliche Ausdrücke auch in anderen Sprachen gibt, die irgendwelche komischen Akzente auf den Buchstaben haben. Heißt das I-Tüpfelchen im Dänischen vielleicht O-Strich?

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            1. Die sind von Syrien, dürfte also ein Dialekt von Arabisch sein. Ich frage nie so direkt, das ist wichtig, dass sie von selber redet (und das tut sie viel).Ich sage Dialekt, weil es anders klingt als das Arabisch von einem der Männer von dem wir wissen, dass er aus dem Irak stammt. Ich denke, da gibt es Unterschiede wie auch bei in Deutschland geredetem Deutsch und in Österreich geredetem Deutsch. Zenith ist von Pakistan, die weiß vielleicht auch was, aber da weiß ich nicht ob ich ihr erklären kann warum oder was überhaupt ich wissen will.

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            2. ja, da gibt es bestimmt Mischformen! Ich finde die Frage, ob es solche Satzzeichenbedeutungen gibt, trotzdem spannend. Oder besser gesagt: je mehr Sprachmischformen es gibt, desto mehr mögliche bedeutungsschwangere Satzzeichen 🙂

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            3. Eben das gibt es ja auch bei regionales Sprichwörtern und Worten. Wenn ich in NRW jemanden mit „Alla!“ grüße, was man in Heidelberg eben so tut, ziehen die falsche Schlüsse. An das für mich merkwürdige „Tschö!“ wiederrum hab ich mich nicht in Jahren gewöhnt.

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            4. Echt? In Heidelberg sagen sie „Alla“? Das klingt für mich auch merkwürdig… „Tschüssikowski“ und „rinjehauen“ sind für mich z.b. nicht ungewöhnlich zu hören, heißt aber nicht, dass ich das mag. „Tschö“ wiederum benutze ich selbst. (wenn ich gerade darüber nachdenke, sogar häufiger als „tschüss“!) „Adele“ bringt meine Mundwinkel noch zum Zucken 🙂
              Wenn ich genau darüber nachdenke, benutze ich am Häufigsten „Ciao“ und „Tschö“. Was sagst du?

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            5. „Alla“ ist im Rhein-Neckar-Delta (Heidelberg-Mannheim-Ludwigshafen) und Umgebung das Gängigste und zumindest in Mannheim/Heidelberg auch so eine Art Universalwort, sagt man zum Beispiel auch für „Tschüss“ oder kontextabhängig für „Ich habe verstanden“ und „Ja gut“, „Richtig“, „Komm!“ Das mache ich jetzt noch, ich komme und sage „Alla!“ und ich gehe und sage „Alla!“ Kann ich hier nicht bringen, also sage ich „Guten Tag“ und „Auf Wiederschauen.“ Wenn ich die Leute kenne (meine Nachbarn oder so) sage ich auch schon mal „Schönen Tag noch.“ Bei Leuten, die ich aus diesem Süchtigenkinder-Kontext kenne gibt es noch mal was anderes, das auch in den Selbsthilfegruppentreffen benutzt wird. Das trage ich jetzt nicht so einfach hier hin, ist recht speziell. Mikesch sagt aber „Tschüss“, mein Stiefvater sagt „Man sieht sich.“ Der Mit-Künstler Umgebungs-Original, aber recht eigen in der Kommunikation, spricht dich statt Grußformel einfach nur noch mal namentlich an. Ist manchmal lustig wenn das Fremde mitbekommen, weil ich größtenteils unter einer Kurzform meines Nachnamens firmiere (es gibt auch eine Kurzform meines Vornames, die sage ich Leuten, die mir nicht so nahe stehen) und die ist zufällig – ich kann nichts dafür, dass ich so heiße – auch der Name einer literarischen Figur, außerdem kann man das akustisch falsch verstehen, das gibt dann erstmal Verwirrung nach dem Motto „Was hat der jetzt gesagt?!“

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            6. Ich frage auch mal meine syrischen Freunde, ob es etwas ähnliches im Arabischen gibt. Wir sammeln gerade sowieso Wörter, die aus dem Arabischen ins Deutsche gewandert sind…

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            7. Finde ich schön, dass noch anderswo gesammelt wird 🙂 Salma sammelt auch Gebräuche etc., damit sie hier alles versteht und eine andere Frau sammelt speziell deutsche Wörter mit Z, weil ihr Vorname so beginnt.

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  4. Oh, das ist ja spannend! Habe ich das richtig verstanden, dass du den Blog weitermachst und sich „nur“ die Ausgangssituation ändert? Du das also so mehr oder weniger freiwillig machst, wie wir anderen alle 😉 Ansonsten muss ich sagen, dass ich ja selten um einen (vermeintlich) guten Rat verlegen bin, aber „Enden“ finde ich auch wirklich richtig kompliziert. Was mir kürzlich wieder aufgefallen ist: Sehr oft ist der allerletzte Satz zuviel und kann/sollte gestrichen werden 😉 Allerbeste Grüße!

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    1. Das hast du gut zusammengefasst! Ja, es ändert sich „nur“die Ausgangssituation und ich schreibe freiwillig weiter, so wie ich auch bereits im Dezember schon etwas früher gestartet bin- freiwillig 😉 Offiziell war es von Januar bis März.
      Mir gefällt der Austausch über Schreibprozesse, generell der Austausch mit anderen Blogger*innen. Ich lese gerne hier durch die Blogs und ich mag deinen Geschichtengenerator (dergl hatte hier in den Kommentaren gefragt, ob ich denn noch weiter mitmache). Natürlich ist das Bloggen und Lesen zeitintensiv (mal schauen, wie ich das manage)- aber ich mag es irgendwie. Und ich wollte mich noch bei dir bedanken, denn mit der Hilfe deines Generators entstanden viele Geschichten, die dann Thema des Blogeintrags wurden! Danke!
      Und die Enden- hmmh, bei dem nächsten letzten Satz werde ich an dich denken und ihn eventuell streichen 😉 Herzliche Grüße!

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      1. Liebe Pauline, angesichts deines Ideenreichtums, deiner Freude am Wortspiel und der freundlichen, humorvollen Weise, in der du auch die Texte anderer kommentiert und inspiriert hast (Komm, Emma, komm!) ist der Dank ganz auf meiner Seite! Freue mich sehr, dass du weitermachst und was das Problem mit der Zeit betrifft: Das ist natürlich noch komplizierter als „ein gutes Ende zu finden“, aber es ist eben auch eine kreative Herausforderung: Wie und womit kann ich meinen Blog so bestücken, dass sich der Aufwand halbwegs in Grenzen hält? Was ist vielleicht sowieso „da“ oder „steht an“, an Texten, Lektüren, Überlegungen? Wen könnte man vielleicht mit ins Boot holen, usw.? Dir einen guten Tag!

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