Das Tüpfelchen des i

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Ich starte meist enthusiastisch mit neuen Projekten, Aufgaben und Schreibideen. Zudem würde ich auch behaupten, dass ich durchaus Durchhaltevermögen an den Tag lege. Aber, wenn es auf das Ende zugeht … Das Ende: einen Punkt finden, fällt mir nicht immer leicht.

Dieses ist der letzte Blogeintrag, der im Rahmen des Studiums Kreatives und Biografisches Schreiben entsteht. Alles was dafür noch fehlt, ist eben dieser – ein letzter Eintrag.

(Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Blog und das Haus aus Papier danach ebenfalls beendet sind! Es ist nur der Rahmen, der sich ändert.)

Es gibt ein Zitat von Robert Musil aus dem Buch Der Mann ohne Eigenschaften, welches mir recht passend erscheint, da ich mich in diesem Zitat schon häufiger wiederfand:

„Das Unglück ist unser Stehenbleiben beim vorletzten Schritt!“

Dieses Unglück umgehe ich hiermit, mit einer Hommage an den letzten Schritt, an den Punkt, an das I-Tüpfelchen:

 

Das Tüpfelchen des i

 

Das Tüpfelchen des i

hat Energie,

durch die

der Stillstand

einst verschwand.

D‘rum behaupte ich ganz ungeniert,

dass das Tüpfelchen des i die Welt regiert.

 

(Weitere Tipps, wie dem Ende der Schrecken genommen werden kann, bzw. der Schrecken dem Ende, oder wie du es schaffst Projekte zu beenden- immer sehr gerne!)

 

 

Lieb(st)er-Award

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Quelle: Ben_Kerckx, pixabay.com Link

 

Die liebe Colleen, Betreiberin des Blogs Glück ist überall, hat mich für den Lieb(st)er – Award nominiert! Ich freue mich sehr über diese Ehre! Danke sehr!!

Die Regeln des Lieb(st)er–Awards

  1. Beantworte die 11 Fragen der Person, die dich nominiert hat
  2. Verlinke die Person, die dich nominiert hat
  3. Nominiere deinerseits Blogs, die dir gefallen und die weniger als 200 Follower haben
  4. Stelle diesen Blogbetreiber*innen 11 neue Fragen
  5. Variiere fröhlich, wie es dir gefällt, in der Anzahl der Fragen, die du selbst stellen magst und in der Anzahl der Blogs, die du nominieren möchtest (meine – Paulines Variante)

 

Colleen stellte mir die 11 folgenden Fragen:

  1. Was ist dein Antrieb zu bloggen?

Das Bloggen ist ein Teil meines Studiums des Biografischen und Kreativen Schreibens. Unsere Aufgabe ist es von Anfang Januar bis Ende März zu bloggen und dabei Netzwerke aufzubauen. Mir gefallen diese Aufgabe und der Austausch hier sehr und ich bin immer wieder überrascht, auf wie viele kreative, schreibende Menschen ich treffe. Mich begeistert auch der Austausch in Schreibgruppen und die gegenseitige Begleitung im Schreibprozess. Ich denke, dass ich über den März hinaus, weiter bloggen werde.

  1. Hast du Schreib-Vorbilder? Idole? Große Einflüsse? (Autoren/ Redakteure/ Dichter/ Blogger*innen etc.)

Oh, das sind so Viele! Würde ich mehrere Einzelne aufzählen, würde ich mich später ärgern, wenn ich Jemanden vergessen hätte.

Mich inspiriert es, wenn sich Menschen für ihre Träume einsetzen und an ihr Talent glauben. So z.B. Benedict Wells, der nach dem Abi wusste, dass er nicht studieren möchte, sondern gleich zu schreiben begann. Und trotz Absagen von vielen Verlagen, nahm ihn dann, als jüngsten Autor überhaupt, der Diogenes Verlag unter Vertrag. Das ist wie ein kleines Märchen und es gibt anderen Schreiber*innen Hoffnung, die ihren Traum nicht aus den Augen verlieren.

  1. Zweifelst du manchmal an deinen Texten? Warum (nicht)?

Der Zweifel ist mein ständiger Begleiter. Durch unsere innige Vertrautheit verliert er glücklicherweise langsam an Schrecken. Vielleicht wird es möglich ihn irgendwann zu meinem Motivator zu machen…

  1. Was liest du so? (Bücher/ online etc.)

Ich lese viele Romane, aber auch Fachbücher (Psychologie, Soziologie, Philosophie)… Zuletzt (ohne die Bücher zu rezensieren, sonst sprengt das den Rahmen- es handelt sich wirklich um die Bücher, die ich zuletzt las): Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit; Jutta Reichelt: Wiederholte Verdächtigungen; Anthony Doerr: All the light we cannot see; Dorothy Parker: Du warst ganz prima; Julia Engelmann: Wir können alles sein, Baby; Erich Fromm: Authentisch leben

Hier bei WordPress folge ich unterschiedlichsten Blogs.

  1. Was macht dich generell glücklich und wie fühlt sich das an?

Geteiltes Glück! Und heute im Speziellen, die Tatsache, dass ich ausschlafen konnte. 🙂 Wenn ich glücklich bin, fühle ich eine Leichtigkeit und ein angenehm warmes Gefühl im Bauch.

  1. Kannst du was über Liebe erzählen?

Die Liebe ist besser, vielfältiger das Leben,

als meine Versuche, dieses wiederzugeben.

  1. Wenn es keine Konsequenzen hätte, wie würdest du deinen heutigen Tag gestalten?

Meine Sachen packen und spontan ans Meer fahren, um den Wellen zu lauschen.

  1. Was hast du bis jetzt vom Leben gelernt?

Es kommt nicht darauf an, wie häufig ich hinfalle, es kommt darauf an, dass ich immer wieder aufstehe.

  1. Wenn du irgendeine Superkraft haben könntest (möchtest), welche wäre es?

Die Kraft verletzte Seelen zu heilen.

  1. Willst du Kinder?

Ein ganz entschiedenes Vielleicht.

  1. Selbstlob ist wichtig: worin bist du gut?

Darin, beim Tanzen die Welt zu vergessen.

 

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Quelle: Alexas_Fotos, pixabay.com, LINK

 

ICH NOMINIERE FÜR DEN LIEBSTER-AWARD:

Einfach Sein

Schatzruhe

crazy for words

das normale Leben

Leergut und Langeweile

Unterwegs in Neukölln

Die Vogelfreien

Buchstabensuppe

Everyone is a vip to someone

Fassadenmärchen

emojiswelt

Licht am Fenster

Jenny und Stadtfrosch

Kugelkuh

Freilaufendes Schwarzwaldmädel

Die Toten Enden

Essen in Berlin16

One world poetry

Matschbirnen

Rosas friends

Schräge Vögel

Sozialarbeit macht sexy

Falls ihr mitmachen wollt: die Regeln stehen weiter oben!

Meine 6 Fragen an euch:

  1. Worüber bloggst du und wie bist du auf dieses Thema gekommen?
  2. Was gefällt dir am Bloggen?
  3. Kannst du ein persönliches Blogger*innen-Highlight benennen?
  4. Wie gehst du mit inneren selbstkritischen Stimmen um, die Zweifel, oder Scham beim Schreiben erzeugen?
  5. Gibt es etwas, das dich beim Bloggen stört? Wenn ja, was?
  6. Gibt es Blogger*innen, die dich bewegen, inspirieren, besonders begeistern? Wenn ja, wähle drei von ihnen aus und nominiere sie für den Liebster-Award

Viel Spaß wünscht euch Pauline aus dem Haus aus Papier!

Mein Manifest! Die Welt, in der wir leben

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Auftakt:

Rutschfeste Sohlen

Wurden Mani empfohlen.

Die, die er vorher hatte,

das waren glatte.

Es folgte ein Test:

Da stand Mani fest.

 

Spielt Kinder, spielt! Sonst seid ihr verloren. (angelehnt an Pina Bausch)

 

Ich möchte nicht bestimmen, wie ihr leben sollt. Genauso wenig, möchte ich gegen etwas schreiben, sondern für etwas. Für eine bessere Welt. Denn wir haben nur eine Welt und vielleicht nur dieses Leben. Es liegt an Jedem von uns, wie viel Begegnung mit Neuem, Bereicherndem und Fremdem wir zulassen. Wenn euch etwas Angst macht, dann schaut in euch selbst und sucht den Schlüssel zu dieser Angst. Wir benötigen alle manchmal einen Schlüssel, um uns für etwas Neues zu öffnen. Um uns bereit zu machen für die exotischen Landschaften des Lebens. Anders denkende Menschen, anders lebende Menschen, anders liebende Menschen, anders aussehende Menschen erweitern unsere eigene Welt. Sie nehmen keinen Platz weg, sie verkleinern sie nicht- sie vergrößern sie! Eine erweiterte Welt lädt uns alle zum Staunen ein, zur Neugierde, zu dem Wunsch etwas spielerisch zu entdecken, wie Kinder es tun. Sie bietet die Möglichkeit gemeinsam etwas zu erreichen, sich zu unterstützen, am Glück des Anderen teilzunehmen, das eigene Glück zu teilen. Denn Glück, das sich nicht teilen lässt, das löst sich wieder auf. Glaubt an eure Träume, verschenkt sie an die Welt. Traut euch zu fühlen, zu leben, zu sein! Ladet eure Nachbarn ein. Feiert den Tanz des Firlefanz. Traut euch zu denken, was euch richtig erscheint und nicht, was die Medien vorprogrammieren. Traut euch anderer Meinung zu sein und Dinge zu tun, die es so noch nicht gab. Ihr habt alle Träume und den Glauben an das Gute in euch. „Cool“ ist nicht, wer eine Maske trägt – wahrlich „cool“ ist die Person, die sich traut zu zeigen, was sie wirklich bewegt. Wir sollten den Mitmenschen mit Respekt begegnen und mit Nächstenliebe, denn diese Liebe ist in allen von uns. Diese Liebe möchte gelebt werden! Und wie viele von uns leben diese Liebe bereits. Es sind so Viele, die ein Lächeln verschenken, die Anderen zuhören, die sich engagieren, die helfen, wie sie es eben können. Es sind so Viele, die Projekte ins Leben rufen, um ihre Liebe zu teilen. Es sind so Viele, die einer anderen Person die Tür aufhalten, ihr den Sitzplatz anbieten, sich nach etwas bücken, was einer anderen Person herunterfiel. Und dann gibt es Menschen, die gerne mehr tun würden und sich wertlos oder unfähig vorkommen, da sie nicht das tun können, was sie gerne tun würden. Doch auch ihr bereichert diese Welt, denn ihr träumt von einer besseren. Und jeder Traum verändert ein Stück des Universums. Jede Veränderung beginnt mit einem Traum! In jedem von uns wohnt etwas Kostbares, etwas Großartiges, das zum Leben und Leuchten gebracht werden kann. Niemand von uns sollte Angst davor haben, Fehler zu machen, denn Fehler machen wir alle. Jeder Fehler bietet die Möglichkeit daran zu wachsen und wer wachsen möchte, der zeigt Größe und gibt diesen Fehler zu. Wenn wir uns erlauben Fehler zu machen, auf dem Weg in Etwas richtig gut zu werden, dann erlauben wir es auch den Anderen. So verlieren Neid und Konkurrenz an Kraft und mehr von dieser Kraft erhält jeder von uns! Wenn wir lernen uns selbst zu lieben, dann haben wir die Möglichkeit anderen Menschen, Tieren und der Natur in Liebe zu begegnen. So kann es gelingen, etwas von dieser Welt zu retten, denn was wir lieben, das möchten wir erhalten.

 

(Diesen Text habe ich für mein Studium (Biografisches und Kreatives Schreiben) geschrieben. Bisher habe ich nur Texte gebloggt, die ich nicht im Rahmen des Studiums geschrieben habe. Bei diesem Text mache ich eine Ausnahme, da er, wie ich finde, vom Teilen lebt.)

Während die Nacht explodierte …

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vom Haus aus Papier

„Dieses Silvester verbringe ich alleine.“ „Wie, alleine? Ganz alleine, warum das?“, fragte die Kollegin. Sie seufzte innerlich. Warum verstand das denn Niemand? „Es stresst mich, mich entscheiden zu müssen, auf welcher Party ich Silvester verbringe. Dieser Neujahreswechsel bekommt immer so eine riesige Aufmerksamkeit, dass es ständig darum geht sich zu rechtfertigen, warum, wieso und weshalb die Entscheidung getroffen wird und nicht jene. Ich habe Silvester noch nie alleine verbracht und ich mag dieses Geböllere auch eher aus der Ferne. Das ist eine neue Erfahrung für mich, ganz bewusst alleine ins neue Jahr zu gehen“, antwortete sie auf die Frage. „Ich wüsste nicht, wofür diese Erfahrung gut sein sollte“, folgte prompt die Reaktion. „Aber ich weiß es und das genügt mir“, beendete sie das Gespräch.

Sie war erst vor einem Monat in diese Stadt und in ihre neue Wohnung gezogen. Das war wirklich nett, dass sie von Kolleginnen eingeladen wurde mit ihnen den Jahreswechsel zu feiern, doch der Gedanke daran überforderte sie. Zumal sie zwei Einladungen erhalten hatte und sich nicht entscheiden konnte, nicht entscheiden wollte. Sie wollte schreibend an ihrem Schreibtisch das neue Jahr beginnen. Allein. Hätte sie lügen sollen? Vorgeben sollen, dass sie bereits verabredet war? Auch diese Überlegungen stressten sie schon wieder. Warum war sie nur immer so ehrlich?

Jetzt stand sie, kurz nach Mitternacht im Halbdunkel, rauchend an ihre Balkontür gelehnt. Auf den gegenüberliegenden Balkonen wurde lautstark gefeiert. Raketen sausten in die Luft und explodierten in bunten Farben. Sie wünschte sich, dass sie dort, wo sie stand, eine unbemerkte Beobachterin bleiben würde. Ihr Blick wurde vom Balkonboden angezogen, dessen Steinplatten von einem leichten Schneemantel bedeckt waren. Zwischen den Platten wuchs ein Veilchen, verletzlich und unsagbar stark. Plötzlich schrieben sich Zeilen vor ihr inneres Auge. Spontan, um sie nicht wieder zu verlieren, schrieb sie die Worte mit ihrem Finger in den Schnee:

Die Nacht explodiert,

die Luft friert.

Die Menschen schauen nach oben –

nicht auf den gegenüberliegenden Balkon.

Niemand registriert,

dass dort ein blühendes Veilchen

den Schnee ignoriert.

Als sie gerade wieder in die Wohnung gehen wollte, fiel ihr die Jalousie der Balkontür ins Auge, die etwas schräg oben in der Verankerung hing. Das störte sie. Sie ruckelte daran, ohne dass sich etwas bewegte. Als Folge zog sie daran, so fest sie konnte. Plötzlich gab es einen Ruck und die Jalousie knallte hinab und versperrte den Weg zur Wohnung. Erschrocken stieß sie einen kleinen Schrei aus. Dann versuchte sie die Jalousie wieder nach oben zu schieben, doch irgendwas blockierte dort. Egal wie sehr sie sich anstrengte, sie bekam die Jalousie einfach nicht mehr hinauf. Fluchend führte sie Selbstgespräche und war in einem Zustand zwischen Lachen und Weinen. Wie viele Menschen hatten sich schon einmal auf ihrem Balkon ausgesperrt? Sie war so froh gewesen in eine Dachgeschoss-Wohnung zu ziehen, doch jetzt wünschte sie sich ins Parterre. Ihre Finger waren mittlerweile so eiskalt geworden, dass sie weiß wurden. Was mache ich nur? Was soll ich nur tun, fragte sie sich und drehte sich mit dem Rücken zu ihrer Tür. Erst jetzt bemerkte sie, dass ihr vom gegenüberliegenden Balkon Menschen winkten, die den Vorfall mitbekommen hatten. Sie starrte ihnen beschämt entgegen. „Du musst das Ding hochschieben“ brüllte ihr eine tiefe Frauenstimme über den Hinterhof entgegen. „Das geht nicht! Da klemmt was!“, brüllte sie zurück und musste plötzlich laut über die Situation lachen. Der gebrüllte Wortwechsel machte weitere Menschen aufmerksam. Viele auf den Balkonen feiernde Leute waren auf sie aufmerksam geworden und riefen ihr durcheinander teilweise unverständliche Dinge zu. Irgendwo von rechts rief Jemand „Was ist denn da los?“ Und von links brüllte einer: „Will da etwa Jemand springen? Ruft jemand die Feuerwehr?“ Nur die Menschen gegenüber konnten die Jalousie sehen, welche die Balkontür versperrte. Sie versuchte erneut, die Jalousie nach oben zu schieben, aber sie bewegte sich immer noch keinen Millimeter.

Was sie nicht sah, war, dass einige Nachbarn in der Zwischenzeit zu ihrem Wohnhaus gelaufen kamen und sich Zugang zum Treppenhaus verschafften. Plötzlich hörte sie neben sich ganz in ihrer Nähe die tiefe Frauenstimme, die ihr vorher von gegenüber etwas zugerufen hatte. Verwundert blickte sie sich um. Dann entdeckte sie eine Hand, die sich aus dem, von ihrem Balkon ca. einem Meter entfernten, Treppenhausfenster streckte. „Hier entlang“ wurde ihr zugerufen. Was??? Ich kann doch nicht… schoss es ihr durch den Kopf. „Stell dich auf die Balkonbrüstung und mache einen großen Schritt, dann bist du auf dem Fensterbrett zum Treppenhaus“, sagte die fremde Frau zu ihr. „Bist du bescheuert? Wir sind im 6.Stock! Das kann doch nicht dein Ernst sein?!“ „Das sieht schwieriger aus, als es ist, du darfst nur nicht nach unten sehen.“ Du hast gut reden- du spielst ja nicht mit deinem Leben, wollte sie der Frau gerade entgegenbrüllen, als irgendetwas sie still werden ließ. War es die Situation? In der Stimme der Frau lag eine Klangfarbe, die sie merkwürdigerweise ruhig werden ließ. Sie sah in die Augen des Gesichts, das sich aus dem Fenster streckte und antwortete wie weit entfernt von sich selbst: „Ist gut.“ „Wische mit deinem Hemdärmel über das Stück der Balkonbrüstung, auf das du dich stellen wirst“, riet ihr die Frau. Sie folgte ihren Anweisungen und stand wenig später auf der Brüstung. Nach unten schaute sie nicht. Ihren Blick heftete sie an die Augen der Frau. Und dann machte sie einen Schritt. Von außen sah das so aus, als würde sie den ersten Schritt auf dem Weg eines Sonntagsspaziergangs machen. Dann ging alles ganz schnell und sie wurde von der Frau in das Treppenhaus gezogen und sie hielt sie fest in ihrem Arm. „Frohes neues Jahr“, sagte die Frau. Jetzt erst bemerkte sie die anderen Menschen im Treppenhaus. Ihr wurde eine Jacke gereicht und ein Sektglas. Beim Anstoßen vermischten sich ihre Erleichterungstränen mit Sekt. Dieses Getränk hatte noch nie so gut geschmeckt. Die nächsten Stunden verbrachten alle feiernd im Treppenhaus. Fast wurde vergessen, dass ihr Schlüssel noch von innen in der Tür steckte.

 

(enstanden zum Geschichtengenerator mit der Vorgabe Treppenhaus. Wer alles gelesen hat: Respekt! Es ist etwas lang für einen Blogeintrag geworden…)

Der Tag der roten Socken

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Sie liefen auf Rollschuhen nebeneinander her. Es war ein kalter, aber trockener Tag und sie hatten es Beide kaum erwarten können, sich draußen zu treffen. Während die Mädchen nebeneinanderherfuhren, redete Nele ohne Punkt und Komma. Das Meiste, was sie erzählte, dachte sie sich aus. Weil Ausgedachtes alles so viel schöner machte und, weil sie es so sehr mochte, wie Mara ihr andächtig zuhörte, als ob es schön wäre, ihr zuzuhören. Sie mochte ihr erstauntes, aufmerksames Gesicht und musste darüber lachen, wenn sich Maras Stirn fragend zusammenzog. Mara war die Jüngere von ihnen. Sie war ein ganzes Jahr jünger, also eigentlich noch ziemlich klein. Nele kam sich groß neben ihr vor. Gerne wäre sie auch noch kleiner gewesen und überhaupt ein bisschen mehr wie Mara. Mara hatte etwas Verletzliches an sich, weil sie selbst in ihr junges Alter noch nicht ganz hineingewachsen und sehr zierlich war. Sie war es gewohnt für Andere die Kleine zu sein. Andere Kinder, wie auch die Erwachsenen, schienen sie immer beschützen zu wollen.

Der schmale, asphaltierte Weg, den die Beiden entlangrollten, endete in einer Wiese. Hier kamen die Mädchen mit ihren Rollschuhen nicht weiter. Um den Weg nach Hause abzukürzen, bald würde es dunkel werden, mussten sie jedoch die Wiese überqueren. Sie zogen ihre Rollschuhe aus. „Guck mal“, sagte Mara und zeigte auf ihre und Neles Füße. „Wir beide haben rote Socken an!“ „Welcher Tag ist heute?“ fragte Nele. Mara zog die Stirn zusammen und antwortete: „Der 7.März.“ „Heute ist der Tag der roten Socken“, rief Nele begeistert aus. „Wir haben den Tag der roten Socken erfunden“, fuhr sie fort. „Lass uns ab heute immer am 7.März rote Socken anziehen!“ „Au ja“, stimmte Mara strahlend zu. Dann rannten sie in ihren roten Socken, mit den Rollschuhen in der Hand, quer über die Wiese.

Viele Jahre später, hatten sie sich aus den Augen verloren. Nele war in eine andere Stadt gezogen. An einem Abend klingelte ihr Telefon. „Hallo?“ „Hier ist Mara! Ich wollte mich mal melden, hören wie es dir geht und ob du…“ Nele unterbrach Mara: „ob ich rote Socken anhabe?“ Es folgte ein freudiges Lachen am anderen Ende der Leitung. „Ja!! Genau!“ Es war der 7.März.