Schreibübung: Wer zeigt mir EINenSATZ?

Ich habe mir eine neue Schreibübung überlegt. Es handelt sich hierbei nur um einen Satz, der erfunden werden muss. Die Übung nenne ich Tagessatz und sie geht so:

Nehmt ein Buch zur Hand. Vielleicht eins, das ihr besonders mögt, oder eins, in dem ihr gerade lest, oder das Buch, was sich in unmittelbarer Nähe befindet. Welches Datum ist heute? Nehmem wir als Beispiel das heutige Datum: 19.02. Deshalb schlage ich die Seite 19 (die, der Tageszahl entspricht) des Buches auf und lese den Satz in der 02 Zeile (die Zeile entspricht dem Monat).

Zu diesem Satz, den ihr dort lest, schreibt ihr einen Satz, der darauf folgen könnte. Das war es schon! Wofür das gut ist? Geübte Schreiber*innen könnten den gelesenen Satz als Textanfang benutzen, um dann eine eigene Geschichte weiterzuschreiben! Also, wer noch mehr schreiben möchte, nur zu!

Mein Beispiel:

„Mit Hilfe einiger Fahrgäste und unter genauer Beobachtung von Franz, der, seine weichen Mädchenhände hinter dem Rücken verschränkt, in sicherer Entfernung stand, schaffte man es, den Kadaver von den Gleisen zu zerren.“ Obwohl Franz den Anblick von Blut eigentlich nicht ertrug, verfolgte er nun seine Spur, die einem Zug gleich, über die Gleise glitt.

(Der kursiv-geschriebene Satz ist aus dem Buch Der Trafikant von Robert Seethaler.)

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Viel Spaß!

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67 Gedanken zu “Schreibübung: Wer zeigt mir EINenSATZ?

  1. Super Idee! Ich mache erst einmal bei Deinem Satz weiter und suche in Ruhe einen eigenen Satz in einem Buch, der dann am Wochenende zu Dir ins Hauspapier kommt…

    Beklommen spürte er beim Anblick der dunkler werdenden Spur eine Erinnerung in ihm aufsteigen, die er längst gut zugedeckt geglaubt hatte.

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  2. Coole Idee!

    „Langsam schleppte ich ihn über den glatten Garagenboden und stellte mir vor, dass ich ihn, gekleidet in einen Einteiler aus Pelz (wahrscheinlich Leopardenfell), durch die Manege trug.“ Er zappelte und strampelte und war so schwer, dass meine Arme zu zittern begannen, aber mit aller Kraft meines jungen Lebens hielt ich durch: Nie würde ich loslassen, nie, nie – bis ich über eine Flasche stolperte und wir auf den Boden knallten.
    (Seite 19, zweite Zeile von „Das Leben und das Schreiben“, Stephen King)

    Wir kommen damit so allerdings nie über Seite 31 hinaus, was ich schade finde.

    Liebe Grüße
    Christiane 😉

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    1. Danke für deinen Satz! Ich freue mich, dass du mitmachst 🙂
      Da würde ich auch gerne weiterlesen wollen! Warum würde die Person nie loslassen? Kann er entkommen? Wer ist „er“? Was hat er getan? Hat er was getan?

      Ja, wir kommen nie über die Seite 31- (fand ich auch ein wenig schade), aber vor der 31. Seite gibts ja zum Glück schon ein paar Sätze 😉 Was noch zu bedenken ist, die meisten Romane fangen nicht auf Seite 1 an. Bei einem anderen Datum würde ich dazu schreiben, dass als Seite 1 jene Seite gemeint ist, auf der das 1. Kapitel beginnt.
      Liebe Grüße zurück!
      Pauline

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      1. Ich habe keine Ahnung, was „ich“ da trage. Stephen King trug jedenfalls einen Hohlziegel und war noch sehr jung. 🙂 (Autobiographie, sehr empfehlenswert, auch wenn man wie ich King nicht liest.)
        Hast recht, was die Seitenzahlen angeht, ich hätte so die Vorwörter überschlagen können … na, macht nichts. Was ich vielleicht machen würde, wäre, nicht die „Monats“-Zeile, sondern den „Monats“-Satz zu nehmen. Aber es ist dein Spiel 😀
        Liebe Grüße
        Christiane

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        1. Ich mag Vorschläge sehr gerne und es können ja auch verschiedene Übungen entstehen! 😉 Das mit dem Monatssatz verstehe ich gerade nicht so ganz. Auf die Art kommt man dann nur bis Seite 12 oder? Dafür aber immerhin bis Zeile 31? Habe ich das richtig verstanden, oder wie meinst du das?
          Liebe Grüße
          Pauline

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          1. Nee, umgekehrt. Du schriebst, nehmt die zweite Zeile, weil Februar. Ich würde sagen, nehmt den zweiten vollständigen Satz, damit schaffen wir es dann im Laufe des Jahres weiter die Seite runter. (Und sollte eine Seite weniger als 12 Sätze enthalten, kann man immer noch auf die Zeile zurück.)
            Liebe Grüße
            Christiane

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      1. Ich lese Stephen King nicht. Ich habe nie verstanden, was an Horrorfilmen „lustig“ sein soll (ich hab welche gesehen), und ich wollte mein Unterbewusstsein nicht weiter damit fluten, nachdem ich als Jugendliche jahrelang Zustände hatte, nachdem ich „The Fog“ geguckt hatte. Toller Film, nichts dagegen zu sagen, aber nicht ich, bitte. Ich bleibe lieber naiv, was das angeht.
        Liebe Grüße
        Christiane

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      2. Ich mochte seine Bücher auch … das ist ja nicht nur „Horror“, sondern auch psychologisch clever gemacht. Nach „ES“ konnte ich keine Gullydeckel mehr sehe, Misery ist eh der Hammer und zu Christine habe ich eine besondere Geschichte … irgendwann vor oder nach dem Norweger-Pulli wird sie geschrieben.

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        1. Oh ja,mir kommen auch gleich die Erinnerungen wenn ich die Titel lese, Christine hat bei mir auch einen besonderen Stellenwert.
          Du hast eine besondere Gabe, Spannung zu erwecken, jetzt wart ich nicht nur auf die Pullinorwegergeschichte sondern auch auf La Christine 🙂

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            1. Ach, das kommt doch auf einen Versuch an! Und ich z.B. kenne „Christine“ von Steven King überhaupt nicht- (hab meist zu schwache Nerven für ein ganzes Horrorbuch), deshalb war ich auch auf eine Kurzfassung gespannt und natürlich auf deine eigene Geschichte damit 😉

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  3. Derjenige Satz, der in Alban Lefrancs Buch Angriffe auf Seite 20 in der zweiten Zeile steht beginnt schon auf Seite 19 und lautet so (Kursiv):

    Seine Mutter bestreitet nicht, seine Mutter gibt unumwunden zu, dass sie während der Geiselnahme im Oktober 1977, kurz nach der Entführung des Arbeitgeberchefs Hanns Martin Schleyer, wollte, ganz wie sie es heute im Wiederholungsfall gewollt hätte, dass sie wollte, wie es die meisten wollten und wie es Franz Josef Strauß laut verkündet hatte, dass die in Stammheim inhaftierten RAF-Mitglieder öffentlich hingerichtet werden. Es darf nicht sein, dass ein paar durchgeknallte Ex-Studenten, die einen ballerwütigen Taugenichts aus dem Knast befreien wollen, damit er die ganze Republik nochmal in Angst und Schrecken versetzt, keine Manieren beibegracht werden können, da muss der Staat hart sein, wer nicht hören will, muss fühlen.

    [Es ist ein Fassbinder-Biografie-Roman, daher der Kontext. Lefranc reiht in dem Buch drei biografische Fiktionen – R.W. Fassbinder, B. Vesper und Nico – in diesen historischen Kontext ein.]

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    1. Danke auch dir für deinen Ein(en)Satz! Und was für ein Satz! Mir gefällt es, in welchem Stil du weiterschreibst- da scheint es plötzlich für mich irgendwie „offener“ zu werden. Die Geschichte wird schneller – das mag ich.
      Übrigens klingt das Buch, aus dem du schreibst, auch sehr interessant- die Aneinanderreihung drei biografischer Fiktionen!

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      1. Es ist interessant, aber du musst dich vorab mit den Protagonisten befasst haben. Lefranc erklärt nichts. Deshalb war für mich beim ersten Lesen, der Fassbinder, mit dessen Biografie ich mich nicht befasst hatte schwierig, denn ich habe viele Bezüge nicht verstanden. Die anderen zwei Personen kannte ich, sind aber vielen anderen Leuten kein Begriff mehr.

        Das Buch dürfte auch nicht allzu leicht zu beschaffen sein, denn es erschien im Blumenbar-Verlag und den gibt es nicht mehr. Ich bekam mein Exemplar durch großen Einsatz meines Buchhändlers antiquarisch, aber es kann natürlich sein, dass man irgendwo online, eventuell gut erhalten gebraucht, eins findet. Mir gefällt darin auch das experimentieren mit dem Sprachstil. Wenn man die Charaktere kennt lohnt es sich.

        Im Vesper-Teil muss man echt mitdenken, weil er ziemlich springt, und man fällt raus wenn man Vespers Geschichte nicht kennt (war bei mir noch Pflichtlektüre in der Bibliothekarinnenausbildung und wurde lange im Germanistik- oder Literaturseminar gelesen, er wollte auf Teufel komm raus Schriftsteller werden, sind dabei aber obwohl emotional stark von ihm abhängig von seinem Vater, einem NS-Dichter lösen, was nicht klappte. 1971 beging er – der Vater vom Sohn von Gudrun Ensslin, das ist sein RAF-Bezug – Suizid und Die Reise, sein Buch wurde 1977 nach dem Deutschen Herbst posthum veröffentlicht.)

        Bei Nico (eigentlich Christa Päffgen, Modell, Schauspielerin (unter anderem bei Fellini und Warhol), Sängerin) redet er sie die ganze Zeit mit Sie an, tut also wie in einem Dialog. Wer da die Biographie nicht kennt ist aufgeschmissen.

        Was alle drei noch gemeinsam haben ist, dass keiner von ihnen 50 wurde. Nico starb in dem Jahr, in dem sie 50 geworden wäre.

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  4. Lass mal schauen, was gibt die zwanzigste Seite, zweite Zeile vom Vesper-Teil her?

    Mit wissendem Lächeln und voller Stolz zeigt man den Neuankömmlingen den Turm, in dem Hölderlin seine letzten Tage im Wahn verlebte, und versäumt nicht, dabei anzudeuten, dass er allen bloß etwas vorgemacht hat – dieses Schlitzohr. Auch Tübingen braucht seine Touristen, die den Unterhalt der Studenten sichern, die sich als Fremdenführer verdingen müssen.

    Im Nico Teil:

    Vielleicht erklären Sie, dass Ihre Hände nichts tragen können, dass Sie diese Krankheit schon sehr lange haben, dass Sie dachten, Ihre Mutter hätte Sie darüber aufgeklärt. Wie sonst konnte man von Ihnen 15-jähriger Königin einen Verkaufsjob verlangen wo Sie doch geradezu prädestiniert waren nicht zu tun sondern zu sein.

    [Das ist in diesen Romanen so: Du kannst die Handlung nicht völlig drehen, nur eine andere Perspektive einnehmen.]

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  5. “Kick her up the ass! Sure enough Hedda went into action again!”

    Hedda was just a little extra roaming around the Paramount Studio lot waiting for the big time. There were so many hopefuls just like her but she not only had resources, she was also resourceful and no one would ever be able to claim she’d slept her way up.

    The wedding ring on her finger was a prop and if that wasn’t enough for the groping agents’ hands, she told them she was suffering from a sexual disease. That would usually end any kind of exploration, but was also risky in a way because she didn’t want to end up as fodder in Louella’s Hollywood Reporter.

    So, one step at a time. Yes, it was a men’s business but she wanted to make it on her own terms, not for nothing was her favourite smoking place underneath the big Klieg light, even if it liquefied her carefully applied make-up.

    7.30 am, there came Gary, on the dot as usual. She had re-arranged the cables so that he had to trip.

    And who would catch his fall if not Hedda?

    (welch ausgeklügelter Schreibaufruf 🙂 Ich lese gerade David Niven’s Autobiographie Bring On The Empty Horses über das Golden Age in Hollywood und der zweite Satz auf Seite 20 kicked ass 🙂

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  6. @ dergl: Eine andere Perspektive einnehmen ist doch toll! Aus der Sicht der Tübinger Studenten zu schreiben, finde ich klasse. Hat mich positiv überrascht, dass es so weitergeht. Im Nico Teil: „wo Sie doch geradezu prädestiniert waren nicht zu tun sondern zu sein.“- Das mag ich sehr!

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    1. Vesper hat Ensslin beim Studium in Tübingen kennen gelernt, die haben damals versucht die „Werke“ seines Vater (wie gesagt NS-Dichter), weil er sich gebunden fühlte, extrem rigides Elternhaus, neu aufzulegen und hatten dafür einen Verlagsversuch gestartet. Es gibt einen guten Spielfilm „Wer wenn nicht wir“ von Andres Veiel, der die Geschichte und später das Geflecht Baader-Ensslin-und (mit „Arschkarte“) Vesper erzählt.

      Nico war eine schwierige Person. Wollte eigentlich vorwiegend was darstellen um eine innere Leere zu füllen (erschließt sich aus der Biographie), es findet sich leider wenig über sie an Material. Biographieeckpunkte: Herbert Tobias (ein später besonders in der Schwulenszene berühmter Fotograf von dem sie ihren Künstlernamen bekam), der Film „La Dolce Vita“, Warhol und seine Factory, Velvet Underground, Jim Morrison, zwischendrin ein Kind von mutmaßlich Alain Delon. Wenn du willst und was aushältst – es mag nicht jeder und manche gruselt es, zum einen weil man ihr später klar die Heroinabhängigkeit ansieht, zum anderen hat sie eine gewöhnungsbedürftige Stimme -, konsultiere mal Youtube. Die früheren Sachen gehen Richtung folk, das ist meines Erachtens nach zum Teil sehr schön, ich mag das Marble Index-Album, die späteren Sachen sind zum Teil in mehreren Belangen grenzwertig.

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      1. Ich habe mir jetzt ein paar Sachen angehört. Das, was Richtung Folk geht, finde ich auch ganz gut. Besonders gefällt mir z.B. Screen Test. Bei den anderen Sachen: Da gehöre ich wohl zu denen, die es heftig finden, wie sehr man ihre Abhängigkeit sieht und hört. Besonders in einem Interview, das ich mir angesehen habe, ist das heftig.Bei dieser Art von Musik, kommt es vermutlich auch auf die eigene Stimmung an. Es wirkt etwas gruselig auf mich, in diesem Moment. Ich weiß nicht genau, was die Parallele ist, aber irgendetwas von den Videos, die ich mir vorhin anschaute, erinnerte mich an das schwarze Album „dernieres nouvelles“ von Guesch Patti. Hatte versucht die Ähnlichkeit bei Youtube zu überprüfen, doch in den Videos von Guesch Patti sind nur solche eingestellt, in denen total viel gequatscht wird. Dinge, die gleichzeitig faszinieren und ängstigen, haben, wie ich finde einen besonderen Sog.
        Lieben Gruß!

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        1. Guesch Patti kenne ich nicht, muss ich mich mal mit befassen. Ich bin, da war ich, glaube ich, 19/20, erstmals mit dem was sie macht in Berührung gekommen, weil Alexander Veljanov von Deine Lakaien große Stücke auf sie hielt und ich war damals großer Lakaien-Fan (ich mag die immer noch, hab aber irgendwann keine Alben mehr erworben). Ich meine mich zu erinnern, dass ausgerechnet das erste, das ich mir anhörte, weil mir der Titel als Satz ansprechend vor kam „Janitor Of Lunacy“ war, volle Lautstärke und ich dachte „Nein!“, passte mir gar nicht, ich konntze aber auch mit Harmonium-Musik nichts anfangen. Später dann war das eher so: „Marble Index“ find ich klasse, es heißt das sei ein Konzeptalbum und wenn das stimmt, finde ich es auch textlich gut umgesetzt, bei „Desertshore“verstehe ich das Konzept und ich mag die meisten Stücke, ab da wird es vereinzelnd. Das was mich fasziniert, beziehungsweise interessiert, ist dieser Verfall. Ich glaube, die Mechanismen sind nicht so sehr anders als bei meinen Eltern. Man merkt eigentlich sehr früh, dass sie sich selber überhaupt nicht mehr wahrnimmt, dass sie gar nicht mehr weiß, dass es Christa Päffgen eigentlich gibt. Es heißt auch (es gibt ein Buch von James Young, der sie in den letzten Lebensjahren als Musiker begleitet hat), sie hätte nicht mehr gebadet, nicht gegessen, wäre nur noch im Keller gelegen… So was. Ich hab das mehrmals bei mir thematisiert, einige Schulkameraden sind ähnlich geendet, vielleicht reizt mich das deshalb so, weil ich daher auch weiß, ich bin knapp vorbei gekommen.

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            1. Ich habe Madame (oder Mademoiselle) Patti gerade mal nachgeschlagen. Ist mir wirklich kein Begriff. Manchmal kenne ich Namen nicht und erkenne die Leute dann an was anderem. Ich werde meinen Stiefvater mal fragen, er hat lange in Frankreich gelebt und gearbeitet vielleicht kennt der was ihrer Arbeiten oder hat vielleicht was. Er hat früher viele Platten und CDs vor Ort gekaufr, wenn man die Leuten in Deutschland nicht so oder gar nicht kannte. Hoffe übrigens, dass der Link überhaupt funktioniert, kann sein, dass ich einen Dreher im html-Code habe, ich bekomme ihn nämlich nicht auf. Notfalls: Bei mir über die Kunstworte-Kategorie 😉

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  7. Dass wir dann nicht weiterkommen im Buch, unterstreicht für mich den Charakter des Spielerischen. Dein Schreibimpuls ist ein befriedigender Zeitvertreib, der Leute verbindet, die sich auf der Straße nicht erkennen würden und wohl auch nie Im Leben sehen werden- das finde ich spannend an Deinem Experiment.

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  8. Hier kommt mein zweiter Satz von Seite 21 aus „Der Panama-Hut“ von Irvin Yalom:
    „Zunächst einmal sind die Leute viel unglücklicher als man denkt… und so etwas wie einen erwachsenen Menschen gibt es nicht.“
    Es sei denn sie haben das Glück, an einem verregneten Wintertag im Hauspapier zu landen und dort mit anderen Nicht-Erwachsenen mit Wörtern zu spielen- das macht durchaus glücklich.

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  9. Ach, heute ist ja der 20.2.! Dann wäre ja alles gaaaaaanz anders geworden, wenn ich das früher gemerkt hätte! Aber dann hätte ich vielleicht nicht so ein leuchtend-rotes Herz geschenkt bekommen… Danke!

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      1. Yalow ist anscheinend ein begnadeter Psychotherapeut, der auch forschte und lehrte, und Schriftsteller in einer Person. Viele seiner Bücher (eigentlich alle, die ich kenne) sind lohnenswert und lesen sich flott.
        Jetzt habe ich gerade nachgeguckt. Der zweite Satz auf Seite 20 lautet: „Zweifellos wird auch das DSM-Speisekartenformat Fachleuten für Psychohygiene irgendwann absurd erscheinen.“
        Da kann ich nur hinzufügen: Ja hoffentlich ganz bald- lieber gestern als morgen!

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        1. Och, eine Diagnose zum Frühstück, eine zum Mittag und eine zum Abendessen- denn: du bist was du isst. Spaß beiseite. Da schließe ich mich gerne an- lieber gestern.

          (muss aber sagen, dass es im DSM auch Sachen gibt, die ich etwas stimmiger finde, als im ICD)

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          1. Ja, das stimmt, aber beide auf dem Kompost wäre besser… wächst dann vielleicht so etwas wie eine Diversity lebende Gesellschaft, in der es nur noch um das Befinden und nicht mehr um Befunde geht. Darum liebe ich den Gestaltansatz, der das heute schon lebt. Oder zu leben versucht…
            Hauspapier,
            ick wünsche Dir,
            heut ein schönes Überraschungstier!
            Und jetzt verschied ich mir,
            muss auch mal was tun hier…

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            1. ja, ick wünsch dir ooch n knorkes Überraschungstier! Werde jetzt auch ma wat tun. Und ja, sorry, dat icke das jelöscht habe mit meinem ICD Kommentar- hatte dann auch gemerkt, dass es Quark is, dehalb ja unbedingt- Beide rauf aufn Kompost und Feuer machen! Tschö!

              (so, habe den Kommentar nun wieder so geschrieben, dass es nachvollziehbar wird, um was es geht.)

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  10. Liebe Pauline, ich versuche es auch!

    „Sie gehören zu Herrn Angermann?“
    „Ja?“ antwortete ich.
    „Um ehrlich zu sein, passen sie nicht zu einander. Vergessen Sie ihn!“.
    „Was geht ihn das an?“ Ich drehte mich um und ging, aber er hielt mein Arm zurück.
    „Der Erzähler hat sich mit der Geschichte geirrt.“

    Der erste Satz ist aus dem Buch von Olga Grjasnowa Der Russe ist einer, der Birken liebt.

    Danke für die Übung, die ist interessant! Viele Grüße,
    Clara Ombra

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  11. Das freut mich sehr, dass du auch mitmachst Clara! Und wow, der Schluss lässt ja absolut alles offen- das ist ja super. „Der Erzähler hat sich mit der Geschichte geirrt.“ Das kann ja wirklich alles bedeuten! Welche Geschichte? Und kann sich ein Erzähler irren? Wer ist der Erzähler? Ist das der Autor selbst? Das löst viele Fragen bei mir aus. Spannend! Danke!

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  12. Ich mag deine Fragestellung und lasse gerne Antwort offen!
    Mir ist zwei Sachen eingefallen bei deiner Übung: mit den Tagen im Monate geht man nicht weiter als die Seite 31 und es gib selten einen Seite 1 oder 2 in einem Buch. Wie könnte man diese Probleme lösen. Indem man die drei ersten Zahl vom Datum nimmt? Oder hast du eine Idee?

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    1. Dazu hatte ich weiter oben in den Kommentaren schon mit Christiane überlegt, wie man das machen kann. Zu den ersten Seiten: Die Seite 1 ist quasi die Seite, mit der das 1. Kapitel beginnt. Die ersten drei Zahlen des Datums zu nehmen ist noch einmal eine spannende neue Idee! Aber wie bestimmt man dann, welchen Satz man nehmen kann?

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  13. Vielleicht mit dem Jahr zusammen gezählt, aber es kann auch Problem geben, wenn es nicht so viele Sätze gibt wie die Zahl. Oder trotzdem der Monate nehmen als Zahl für den Satz? Oder nur die letze Nummer vom Jahr? Das finde ich gar nicht schlecht, es ergibt höchsten 9 Sätze!

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  14. Ich fand deinen Satz so spannend, der aus dem Buch und wie du ihn weiterschriebst. Und da hatte ich eine Idee. Ich fuegte einfach einen neuen dazu… Wär es nicht lustig, eine Kettengeschichte zu schreiben, wo jeder einen Satz dazubaut? Also, hier ist meiner 🙂

    „Mit Hilfe einiger Fahrgäste und unter genauer Beobachtung von Franz, der, seine weichen Mädchenhände hinter dem Rücken verschränkt, in sicherer Entfernung stand, schaffte man es, den Kadaver von den Gleisen zu zerren.“Obwohl Franz den Anblick von Blut eigentlich nicht ertrug, verfolgte er nun seine Spur, die einem Zug gleich, über die Gleise glitt. Franz, ein introvertierter Hobbydetektiv gruebelte, etwas stimmte nicht, war der Hund ausversehen unter den Zug gekommen oder war er schon tot als er auf das Gleis gelegt wurde?, auch Selbstmord war nicht auszuschliessen.

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    1. Hier ist ja was los 😀 Einfachsein hatte bereits die gleiche Idee (schau mal unter dem ersten Kommentar nach). Ich finde die Idee, einen neuen Satz hinzuzufügen auch gut. Da sie jedoch mit der ursprünglichen Übung nicht mehr so viel zu tun hat, werde ich einen neuen Blogeintrag aufmachen, in dem es um die Fortsetzung der Geschichte geht. Deinen Satz reihe ich einfach hinter dem Satz von „Einfachsein“ein.Ist das ok.? Er könnte auch ein Fortsetzungssatz sein. Hier unter diesem Eintrag ist das mittlerweile zu unübersichtlich. Viele Grüße!

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            1. Du bist aber eine Schnelle! und wie du das mit der Kettengeschichte logistisch hingekriegt hast, fabelhaft! Ich fürchte bloss, dass mein komisch-surrealer Satz eine Storybremse ist, weil ihr Vorgänger habt atmosphaerisch existentiell eine Stimmung aufgebaut, wo meiner jetzt einen Haken reinschlägt… Du kannst auch meinen noch mal löschen und ich schreibe einen der besser in den Stil passt…

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  15. „Ich kriege es zurück.“ Im Moment stecke ich in dieser Kiste fest–keine Ahnung wie sowas möglich ist. Du hast es irgendwie geschafft, mich hinter deinen Bildschirm zu verbannen, ich teile meinen Raum mit Nullen und Einsen und kann mich selbst nicht mehr fühlen. Aber ich kriege es zurück, mein Leben in deiner Wirklichkeit. Sieh dich vor. (Satz aus: „Nirvana“ von Adam Johnson, Stories)

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