Eis-Blog-Eintrag

Sie findet keine Axt für das gefrorene Meer in ihr, deshalb legt sie sich hinauf – mit dem Gesicht nach unten. Warme Luft haucht sie auf das Eis und poliert es mit ihrem Handschuh, so dass es ihre Nase spiegelt. Doch durschauen, kann sie es nicht.

Enttäuscht steht sie auf und geht vorsichtig, fast tastend zum Ufer. Dort zieht sie ihre Schlittschuhe an. Sie gleitet auf dem gefrorenen Meer dahin, in klirrender, silber-glänzender Kälte. Die Stille schmiegt sich sanft an ihre vom Wind geröteten Wangen und der Nebel umgibt ihre Bewegungen, als würde er einen Traum retuschieren.

Vielleicht erkennt jemand dort unten die Melodie ihres gleitenden Tanzes und entdeckt eine rhythmische Neugier, welche die Welten zu verbinden vermag?

Nähe hat viele Formen.

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pixabay.com Link
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7 Gedanken zu “Eis-Blog-Eintrag

  1. Liebe Pauline im HausausPapier,
    diesen Text zusammen mit diesem Bild finde ich sehr sehr schön. Ich bewundere das vielwegige Suchen der Nähe. Dass sie nicht aufgibt nach dem ersten Versuch, sich so sehr danach sehnt, die Welten zu verbinden, dass sie es mit einem Tanz versucht. Ist es so?

    Gefällt 2 Personen

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