„Gibt es Bücher oder Stellen aus Büchern, die Ihr Leben verändert haben?“

„Gibt es Bücher oder Stellen aus Büchern, die Ihr Leben verändert haben?“

Diese Frage ist eine von 24 Fragen, die Michael Ende in Das große Michael Ende Lesebuch an seine geneigten Leser stellt und die ich beantworten möchte.

Ja, natürlich gibt es Bücher oder Stellen aus Büchern, die mein Leben verändert haben. Allein die Tatsache, ein Buch oder einen Text in einem Moment zu lesen, verändert mein Leben. Hätte ich etwas anderes in diesem Moment getan, wäre ich einkaufen gegangen, ins Kino, tanzen, hätte ich mich mit Freunden getroffen, wäre ich spazieren oder mit dem Rad unterwegs gewesen, wäre mein Leben in diesem Moment anders verlaufen.

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Was mich generell geprägt hat ist eine Aussage, eben eine Aussage von Michael Ende, die mich tief berührte, berührt und vielleicht immer wieder berühren wird:

„Was du nicht kennst, das meinst du soll nicht gelten?

Du meinst, dass Phantasie nicht wirklich sei?

Aus ihr allein erwachsen künftig Welten:

In dem, was wir erschaffen sind wir frei.“

Ich fühle mich häufig eingesperrt und unfrei. Vieles verstehe ich einfach nicht. Gesellschaftliches Rollenspielen und hierarchische Strukturen stellen mich, seit ich ein kleines Kind war, vor ein Rätsel. An dieser Stelle bin ich ein unschuldiges Kind geblieben, das nicht verstehen WILL, warum es die Rolle einer Marionette übernehmen sollte, die sich von einer vermeintlich höher gestellten Person spielen lassen soll. Es gibt Anpassungen im Leben, die für einen selbst Sinn ergeben. Anpassungen, die man selbst wählt. Im Job, Alltag, bei der Wohnungswahl und in Beziehungen. Diese Anpassungen meine ich nicht, denn hier lässt sich frei entscheiden und frei wählen. Das macht den Unterschied. Diese Wahl, z.B. auf den Job bezogen, betrifft für mich nicht unbedingt die großen existenziellen Fragen, wie Bleiben oder Kündigen, sie bezieht sich häufig auf die kleineren Dinge. Warum sollte ich jemanden angrinsen, wenn es mir schlecht geht? Warum Begeisterung zeigen, wenn diese nicht in mir ist? Warum sollte ich die Meinung von Vorgesetzten vertreten, wenn ich diese nicht teilen kann? Glaube ich wirklich, dass ich eingestellt wurde um ein Abziehbild, eine Miniaturausgabe einer anderen Person zu werden? Letztendlich hilft mir meine Vorstellungskraft und meine Phantasie dabei, das, was mich stört zu verändern und minimale Veränderungen, die sekundengleich ablaufen, helfen neue Räume entstehen zu lassen. Diese scheinbar kleinen Veränderungen sind möglich, in jedem Moment!

Ich bin durch Bücher, Texte und das Eintauchen in Phantasiewelten anderer Menschen immer wieder dazu aufgefordert, meine eigene Wirklichkeit zu überdenken. Und alleine dieses Überdenken, verändert meine Welt und mein Leben. Denn auch, indem ich mir mein Unbewusstes, vorher nicht Durchdachtes, bewusst mache, wird Veränderung in mir angestoßen und der Raum meiner bisherigen Wirklichkeit und Wahrheit, wird erweitert.

Was meint ihr dazu? Gibt es Bücher, oder Stellen aus Büchern, die euer Leben verändert haben?

 

 

Quelle: Ende, Michael: Das Gauklermärchen. München: 1988, S.97

Ende, Michael: Das große Michael Ende Lesebuch. München: 2004, S.13

 

Vom Anschauen Zunehmen

Wer kennt das nicht? In der Weihnachtszeit lauern an jeder Ecke Gedecke!  Die Menschen spekulatiusieren darüber, wann der erste Eischnee fällt. Der Asphalt wird mit Dominosteinen gepflastert bis die Sonne untergeht und die Zimtsterne funkelnd am Himmel neben dem Vanillekipferl verduften.

Alleine vom Betreten dieser Welt und davon, dass ich sie bestaune, nehme ich zu. Wem geht es auch so? Damit ich mich nicht einsam mit diesem Dilemma fühle, habe ich es therapeutisch in einem Text verarbeitet:

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Advokat Udo aß Avocado.

Advokat Käthe platzten die Nähte.

 

PS: Früher war wirklich mehr Lametta!

Schreibübung anhand eines Fotos

Übung: Durchsuche diese Blogger*innenwelt nach einem Bild/einem Foto, das dich inspiriert und schreibe etwas darüber! (Textart ist egal und auch der zeitliche Rahmen wird nicht vorgegeben.)

Nun habe ich tatsächlich ein Foto gefunden, bei dem ich sofort drauflos geschrieben habe. Da ich jedoch nicht weiß, ob der Fotograf damit einverstanden wäre, wenn ich es hier reblogge, stelle ich ein ähnliches, alternatives Foto von creative commons ein und schreibe unter diesem Bild meine Gedanken dazu.

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Quelle: Sachin Patekar, pdpics.com Link

 

Luftikus

Beflügelt

umkreise ich dich.

Ich warte.

 

Doch:

Gebügelt

habe ich mein Gefieder nicht.

So zeigst du mir

die Rückflugkarte.

 

 

 

 

Alle Jahre wieder …

Es ist 6.00 Uhr früh. Der Tag scheint nicht zu wissen, dass er schon angefangen hat und auch ich würde ihn gerne hinauszögern. Keine Chance. Mein inneres Tier bellt und bellt, meine Lunge brennt und meine Nase leuchtet rot. Passend zur Weihnachtszeit.

Alle Jahre wieder, alle Winter wieder fordert mein Körper eine Zwangspause. Eine Zeit der Besinnung und Ruhe, die ich mir sonst nicht geben kann? Wer reicht mir den Tee zum Klischee?

Von Entschleunigung im Leben sprechen, so wie alle es tun, klingt nicht richtig für mich. Denn ich stecke fest. Wenn ich jetzt entschleunige, dann werde ich versinken. Ich möchte fit werden, für das Feuer, das ich auslösen kann, wach werden, damit meine Augen neue Wege entdecken. Ein Zeichen setzen. Einen Strich ziehen und einen Punkt machen in Situationen, die nicht veränderbar sind.

Schreiben hilft. Ich begreife, was ich denke, wenn ich es geschrieben habe. Und ja- jetzt fällt es mir schon ein wenig leichter durchzuatmen.

Ich schicke eine frische Brise vorweihnachtlicher Grüße!

Und täglich grüßt das Blatt Papier

Diese Webseite entsteht gerade. Sie ist noch ganz unsicher und schaut sich in dieser neuen Umgebung scheu um. Was ist dies für eine Welt, die sie umgibt? Was wird sie hier entdecken können? Wer wird sie besuchen?

Hier entsteht ein virtueller Raum, ein Haus aus virtuellem Papier. Dieses Haus lebt mit und durch die stetige Veränderung. Gedanken, Wortspiele, Inspirationen, Ideen, Episches, Fabulierendes, Lyrisches, Poetisches, Alltagsüberlegungen und Phantastisches, werden hier unter einem Dach zusammenkommen.

 

“ Es gibt eine Vitalität, eine Lebenskraft, eine Energie, eine Beschleunigung, die nur durch unser Handeln umgesetzt werden kann. Und weil es dich in der Gegenwart nur einmal gibt, ist auch dein Tun einmalig. Wenn du es blockierst, wird es durch kein anderes Medium zum Ausdruck kommen, es wird verloren gehen.“

MARTHA GRAHAM